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70 Interessierte bei Veranstaltung zum Insektensterben in Steinbach

Gemeinsame Veranstaltung mit dem Tierschutzverein Kusel lockt zahlreiche Interessierte ins Naturfreundehaus.

Pressemitteilung:

Etwa 70 aufmerksame Zuhörer konnte Christine Fauß, die Vorsitzende des Tierschutzvereins am Freitagabend, 10. Mai im Naturfreundehaus Steinbach begrüßen. Dies sei die höchste Resonanz auf den Vortrag, den Dr. Steffen Caspari seit etwa einem Jahr, immer wieder mit den neuesten Erkenntnissen aktualisiert, hält, so der promovierte Biologe, der im Saarländischen Umweltministerium für Natur- und Artenschutz zuständig ist. Anschließend gab es reichlich Diskussionsstoff mit dem Referenten sowie Andreas Hartenfels, für die Grünen im Landtag für Naturschutz verantwortlich, sowie Dr. Holger Schindler, Fachmann und bis vor kurzem BUND-Landesvorsitzender, auf dem Podium.

Nach einer Einführung in die große Tierklasse der Insekten, die einen überwiegenden Teil aller Tierarten auf dem Planeten ausmachen, stellte Caspari zahlreiche wissenschaftliche Untersuchungen vor, die eindeutig in den letzten Jahrzehnten einen Rückgang der Insekten in Mitteleuropa belegen und keinen Zweifel daran lassen, dass der Mensch der Verursacher ist. Dieser Rückgang betrifft sowohl die Arten- als auch die Individuenzahlen, also die Gesamtmasse an Insekten. Welche Einflüsse des Menschen hier am meisten ins Gewicht fallen, ist indes nur schwer zu ermitteln. Eine starke zeitliche Korrelation bildet jedoch die Einführung von Neonicotinoiden und der beginnende sprunghafte Rückgang in den 90er Jahren. Dies sind hochtoxische Gifte, die teilweise durch gebeiztes Saatgut direkt in die Nutzpflanze eingebracht werden, sodass dann diese selbst fatalerweise die anfliegenden Insekten schädigen. Aber auch die abnehmende Vielfalt auf den landwirtschaftlichen Nutzflächen und damit der Verlust an Lebensraum hat laut Caspari einen großen Einfluss, was daran deutlich wird, dass in Städten die Artenvielfalt inzwischen deutlich höher ist als auf dem Land.

In der Diskussion ging es vor allem darum was die Politik, aber auch was jeder Einzelne tun kann, um die Situation zu verbessern. Andreas Hartenfels stellte die Bemühungen der Landespolitik dazu dar und auch Anregungen für die Kommunalpolitik wurden gegeben, z. B. im Umgang mit kommunalen Freiflächen und Verhinderung der immer noch fortschreitenden Neuversiegelung. Dass auch im privaten Bereich viel für Insekten, und damit auch Vögel und anderen Tieren entlang der Nahrungskette getan werden kann, wurde angesichts der Zunahme von Steingärten angemahnt. Der größte Einfluss liegt aber klar bei der Landwirtschaft, sodass ohne Agrarwende, ohne ein grundsätzliches Umdenken bei der Produktion unserer Lebensmittel, kaum von einem Stopp dieser dramatischen Entwicklung auszugehen ist.

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